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Urheberrechts-Falle: Abmahnung für fremde Fotos auf Facebook

Facebook dislike
Abmahnung für fremdes Foto auf Facebook (Foto: birgerking / flickr.com, Lizenz: CC 2.0)

Fotos hochzuladen ist bei dem Social Network Facebook eine der beliebtesten Funktionen. Vor allem jetzt, da die neue Chronik es den Nutzern ermöglicht, ihre schönsten Fotos in auffälliger Größe zu veröffentlichen. Gerade bei den neuen Titelbildern bietet es sich an, statt einem eigenen Bild ein schönes Foto aus Bilderdatenbanken wie iStockphoto* oder Fotolia* zu verwenden. Doch Vorsicht! Hier kann man ganz schnell in die Falle tappen. Denn wer nicht aufpasst, begeht eine Verletzung des Urheberrechts.

Achtung: Der nachfolgende Artikel stellt lediglich eine Information dar und ist ausdrücklich keine Rechtsberatung!

Das Dilemma mit den Nutzungsrechten

Bilddatenbanken leben davon, dass man die dort enthaltenen Fotos für die eigene Webseite, Broschüren und andere Zwecke verwendet. Teilweise sind diese Bilder kostenlos, teilweise muss man ein paar Cent / Euro für die Nutzung bezahlen. Theoretisch spräche also nichts dagegen, Bilder von iStockphoto und Co. für ein Social Network wie Facebook zu nutzen. Wäre da nicht ein kleines Problem.

Facebook nimmt sich das Recht heraus, für alle Bilder, die auf der Plattform veröffentlicht werden, eine Unterlizenz zu verlangen. Das bedeutet, dass Facebook die hochgeladenen Fotos unter gewissen Einschränkungen selbst verwenden kann. Lädt man ein eigenes Bild hoch, mag das egal sein. Dann ist man nämlich der Urheber des Bildes und hat das Recht, Facebook diese Lizenz einzuräumen. Anders sieht das bei fremden Bildern aus. Zwar räumen die Bilddatenbanken ihren Nutzern das Recht ein, die Bilder zu verwenden. Dieses Recht erlaubt es aber nicht, das eigene Urheberrecht auf andere Personen oder Unternehmen zu erweitern. Oder kurz gesagt: Wenn A ein Foto macht, kann B es zwar benutzen. Er hat deshalb aber noch lange nicht das Recht, auch C die Nutzung zu erlauben. Das wiederum kann nur A. Alles klar?

Lädt man nun bei Facebook ein geschütztes Foto hoch, dann begeht man damit möglicherweise eine Urheberrechtsverletzung. Das ist eine Straftat und kann natürlich teuer werden. Ob man ein Bild privat oder gewerblich nutzt, ist aus Sicht des Urheberrechts auch egal.

Klare AGB bei den Bilddatenbanken

Die meisten Bilddatenbanken machen in ihren AGB recht deutlich, dass die hier gespeicherten Fotos nicht für Dritte lizensiert werden dürfen.  „Lizensieren“ bedeutet hierbei nichts anderes, als anderen Personen und Unternehmen zu erlauben, die Fotos ebenfalls zu verwenden. Facebook wird hier zwar nicht ausdrücklich erwähnt, da das Social Network in seinen AGB aber Anspruch auf eine Lizensierung erhebt, erschließt sich das Problem von selbst.

Es gibt allerdings Ausnahmen. So räumt Fotolia ein, dass Bilder der Datenbank auch auf Facebook genutzt werden dürfen, wenn „eine nachfolgende Verwendung durch Facebook praktisch unmöglich oder mindestens überwiegend unwahrscheinlich ist.“  Wann das der Fall ist, ist allerdings schwer abzugrenzen. iStockphoto schließt eine Nutzung seiner Fotos auf Social Networks daher lieber gleich von vornherein aus.

Was sind die Folgen einer Urheberrechtsverletzung?

Hat man bei Facebook ein urheberrechtlich geschütztes Bild veröffentlicht, kann man vom Urheber des Bildes eine Abmahnung erhalten. In dieser werden folgende Dinge gefordert:

  • Das Bild sofort von Facebook zu entfernen und nicht weiter zu verwenden (sofortige Unterlassung)
  • Schadenersatz zu zahlen, da das Bild unerlaubt genutzt wurde
  • Die Rechtsanwaltskosten für die Abmahnung zu tragen

Da im Zweifelsfall Nutzer und Facebook gemeinsam gegen das Urheberrecht verstoßen, läge es nahe, die Abmahnung gleich an Facebook zu schicken. Doch Vorsicht! Facebook hat in seinen Nutzungsbedingungen (Punkt 15.2) festgelegt, dass die durch so etwas entstehenden Kosten vom Nutzer zurückverlangt werden können.

Wenn jemand einen Anspruch bezüglich deiner Handlungen, deiner Inhalte oder deiner Informationen auf Facebook gegen uns erhebt, wirst du uns von sämtlichen Schäden, Verlusten und Ausgaben (einschließlich angemessener Anwaltshonorare und Rechtskosten) schadlos halten.

Letzten Endes steht also der vor einem Problem, der das Foto überhaupt erst hochgeladen und damit die Urheberrechtsverletzung ermöglicht hat.

Da sich in letzter Zeit die Abmahnungen für auf Facebook veröffentlichte Fotos häufen, sollte man diese Problematik nicht auf die leichte Schulter nehmen. Zwar arbeiten die Bilddatenbanken derzeit an neuen Lizensierungsrichtlinien, diese sind bisher aber noch nicht verabschiedet worden. Übrigens haben auch abgebildete Personen gewisse Rechte an den Fotos. Stimmen sie einer Veröffentlichung nicht zu, darf das Bild auch nicht verwendet werden.

Gibt es Alternativen, die keine Rechte verletzen?

Ja, die gibt es. Sie sind aber nicht unbedingt der billigste Weg. So erteilen manche Bilddatenbanken besondere Lizenzen, die das Recht einräumen, Dritten eine Unterlizenz zu geben. Allerdings kostet ein solches Sonderrecht in der Regel bis zu tausend Euro.

Die erweiterte Lizenz von Fotolia beispielsweise beinhaltet aber kein Recht zur Unterlizenzierung eines gekauften Bildes. Daher ist es für den Lizenznehmer (Fotolia-Kunde) nicht möglich, Facebook – mit Einverständnis der genannten AGB – durch Hochladen eines Bildes, ein eigenes Nutzungsrecht einräumen!

Eine Nutzung der Bildinhalte von Fotolia auf Social-Network-Websites wie Facebook, Twitter, Xing oder Yasni ist nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Maßgebend sind dabei im Wesentlichen von den Nutzungsbedingungen der jeweiligen Website-Betreiber. So lässt sich beispielsweise Facebook für alle Medieninhalte, die von Nutzern auf der Website eingestellt werden, wesentliche Verwertungsrechte daran übertragen. Dies widerspricht den Allgemeinen Geschäfts- und Besonderen Vertragsbedingungen von Fotolia, da unsere Bilder eben nicht von den Lizenznehmern unterlizenziert werden dürfen. (…) Hintergrund dieser Einschränkung ist vor allem die für den Urheber bestehende Gefahr, wenn sein Werk durch unbeschränkte Vervielfältigung die tatsächliche Gewalt über sein Werk und damit seine Verwertungsmöglichkeit verliert.

Der einfachste Weg ist es vermutlich, direkt mit dem Fotografen eine individuelle Vereinbarung für die Nutzung der Bilder zu treffen. Allerdings sollte man auch hier hohen Kosten einkalkulieren. Der sicherste Weg ist es derzeit immer noch, gänzlich auf Fotos zu verzichten, die man nicht selbst geschossen hat. Das gilt insbesondere dann, wenn man den Urheber eines Bildes nicht auftreiben kann. Nur weil jener nicht auffindbar ist, bedeutet das nämlich noch lange nicht, dass er keine Rechte mehr an seinen Werken hätte.

3 Antworten zu "Urheberrechts-Falle: Abmahnung für fremde Fotos auf Facebook"

  1. Vielen Dank für den Beitrag.
    Wi verhält sich die ganze Geschichte, wenn man Bilder von Fotolia uCo. fragmentarisch in Bildmontagen verwendet?

    Danke Alex

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