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Pinterest – Social Network zum Teilen von Bildern‎

Pinterest Logo
Pinterest: Social Photo Sharing (Foto: Pinterest)

Beim relativ neuen sozialen Netzwerk Pinterest ist das Ziel wie überall die Verknüpfung von möglichst vielen Nutzern in allen Bereichen des Alltags und des Berufslebens. Auch Unternehmen sollen hier ihre eigene Lobby bekommen. Ein guter Grund, mal hinter die Kulissen des Netzwerks zu schauen, von dem jetzt alle sprechen.

Was genau ist Pinterest?

Das soziale Netzwerk wurde 2010 gegründet und befindet sich seitdem in der Beta-Phase. Insgesamt vier Millionen Menschen haben sich bisher bei der Plattform angemeldet, was sie zu einer der zehn größten weltweit macht. In Deutschland hat sie bisher aber noch nicht die Reichweite wie in den USA. Das soll sich jetzt ändern.

Pinterest shaselboeck
Pinterest Profilseite (Foto: Screenshot, Pinterest)

Ursprünglich war Pinterest als Einkaufsführer geplant. Die Nutzer sollten tolle Schnäppchen und andere Dinge, die man einkaufen kann, mit einem Foto anderen Leuten mitteilen. Links oder Adressangaben sollten dann direkt zum entsprechenden Geschäft führen. Die Nutzer des neuen Social Networks – vornehmlich übrigens weiblich – sahen allerdings ein anderes Potenzial in Pinterest. Denn das Portal lässt sich auch sehr gut nutzen, um Kochrezepte auszutauschen, andere Menschen an der Hochzeitsplanung teilhaben zu lassen und gemeinsam mit den Millionen anderen Nutzern die Wohnung neu einzurichten.

Pinterest ist ein Social Network, das in erster Linie für Fotos und Videos geschaffen wurde. Bilder spielen im Leben eine wichtige Rolle und sind eine denkbar einfache Möglichkeit, Meinungen, Ideen und Gedanken über das Internet zu verbreiten. Doch gerade diese Möglichkeit wurde von anderen Netzwerken bisher immer vernachlässigt. Heute kann man seinen Followern über Pinterest einen bunten Einblick in das eigene Leben und die ganz persönlichen Interessen geben.

Anmelden und losklicken

Pinterest iPhone iOS - shaselboeck
Pinterest Profilseite (Foto: Screenshot, Pinterest iPhone App)

Die Nutzung von Pinterest ist recht einfach. Während der Beta muss man sich zur Plattform entweder einladen lassen (einfach unter dem Artikel einen Kommentar inkl. Angabe der E-Mail-Adresse hinterlassen und ich schicke eine Einladung raus) oder seinen neuen Account mit einem bei Facebook oder Twitter bestehenden Account verknüpfen. Jetzt installiert man in seinem Browser ein kleines Script / Bookmarklet („Pin It“ Button), mit dem man Bilder aus dem ganzen Web einfach per Mausklick bei Pinterest hinzufügen kann. Wer auch unterwegs immer etwas mitzuteilen hat, der kann sich die entsprechende App für sein Smartphone herunterladen (Pinterest für iOS im AppStore).

Ist der Account einmal erstellt, wird es Zeit, die eigenen Interessen festzulegen. Für jedes Schlagwort gibt es dann ein eigenes „Board“, zum Beispiel zu Tieren, Musik, Essen, Mode oder Reisezielen. Jetzt kann man Fotos hochladen oder im Internet zusammensammeln und mit wenigen Klicks genau dem passenden Board zuordnen. Andere Nutzer können einem folgen, Fotos re-pinnen oder wie bei Facebook liken. Weil der Schwerpunkt hier auf Fotos liegt und nicht auf Kommentaren oder langen Texten, kann man Pinterest auch als einen „Blog ohne Worte“ betrachten.

Doch man kann dieses neue soziale Netzwerk nicht nur nutzen, um sich mitzuteilen, sondern auch, um sich selbst inspirieren zu lassen. Wer für das Kinderzimmer eine neue Tapete sucht oder einen Hochzeitskuchen dekorieren lassen will, der gibt einfach das entsprechende Schlagwort ein – und schon findet man, was andere Nutzer zu diesem Thema gepinnt haben. So, wie es ursprünglich auch bei Pinterest geplant war, findet man hinter vielen Fotos auch direkt einen Link zum Händler, wo man die gefundenen Produkte kaufen kann.

Pinterest im Vergleich mit anderen sozialen Netzwerken

Was macht Pinterest im Vergleich mit sozialen Netzwerken wie Google + und Facebook so besonders? Der wohl auffälligste Unterschied besteht in der Anonymität. Während man bei den beiden genannten Diensten nicht nur seinen vollen Namen, sondern möglichst auch noch viele andere Dinge des Privatlebens bekannt geben muss, reicht es bei Pinterest schon aus, einen Nicknamen anzulegen. Private Daten werden nur so weit abgefragt, wie es für den Betrieb der Plattform notwendig ist (zum Beispiel die E-Mail-Adresse). Wer möchte, kann auch freiwillig ein Profil ausfüllen und darüber mehr von sich verraten.

Wie bereits erwähnt wurde, geht es bei Pinterest in erster Linie nicht um persönliche Statusmeldungen, sondern darum, seine Gedanken und Geschichten per Bild mitzuteilen. Das erhöht die Geschwindigkeit der Kommunikation, denn statt lange Texte zu schreiben und Antworten zu verfassen, klickt und pinnt man einfach nur.

Ähnliche Netzwerke wie Pinterest

Der Idee, die Kommunikation zwischen den Nutzern einfacher und schneller zu machen, indem man Bilder für sich sprechen lässt, sind mittlerweile auch andere Plattformen gefolgt. Der Name lässt teilweise ganz deutlich erkennen, an welchem Social Network sich die kleineren Konkurrenten orientiert haben:

  • Pinspire
    Das Berliner Unternehmen hat sich nicht nur von der Idee, sondern sogar vom Design Pinterests inspirieren lassen.
  • openPIN
    Diese Plattform funktioniert im Grunde genauso, präsentiert sich aber auch als Organizer für private Feste, Lieblingssammlungen und alles andere, was man sich merken sollte.
  • LikedBy
    Wie der Name schon sagt, versucht man hier gleichzeitig auch eine gewisse Verbindung zu Facebook herzustellen.
  • Snip.it
    Herausragendes Merkmal dieser Plattform ist, dass man in erster Linie im Web gefundene Bilder sammelt und ausführlich kommentiert.
  • Gentlemint
    Diese Plattform legt vor allem Wert auf Kreativität und Stil bei den Bildern.
  • Dartitup
    Warum einfach anpinnen, wenn man Bilder auch – typisch männlich – wie mit einem Dartpfeil feststecken kann?

Wie Unternehmen Pinterest nutzen können

Nicht nur für den privaten Nutzer bietet Pinterest eine ganze Fülle von Möglichkeiten. Gerade Unternehmen haben mit diesem Social Network die Möglichkeit, mehr Traffic zu erzeugen, auf die eigene Marke aufmerksam zu machen und gleichzeitig noch etwas für die Suchmaschinenoptimierung zu tun. Unternehmen können ebenso wie Privatpersonen Nutzerprofile anlegen, in denen sie sich vorstellen. Auf den Firmenboards gibt es dann die Gelegenheit, eigene Produkte und Dienstleistungen vorzustellen und diese direkt mit der eigenen Webseite zu verlinken.

Neben direktem Traffic und Umsätzen im Onlineshop ist Pinterest auch für die Suchmaschinenoptimierung nützlich. Damit die Plattform nicht zum Linkspammer wird, sind direkt verlinkte Fotos nofollow (das heißt, Suchmaschinen folgen diesen Links nicht). Man kann in den Kommentar oder auf der Profilseite des Unternehmens aber auch dofollow-Links setzen, die für die Suchmaschinenoptimierung interessant sind.

Die wichtigste Voraussetzung für erfolgreiche Unternehmensstrategien bei Pinterest sind kreative Bilder. Boards sollten inspirierend, individuell und witzig sein, damit die Bilder von anderen Nutzern geliked und re-pinnt werden. Darüber hinaus können Firmen die Nutzer zu Bilderrätseln einladen oder dazu aufrufen, eigene Fotos vom Lieblingsprodukt auf ihre Boards zu pinnen. So wird die eigene Marke auch Nutzern bekannt, die nicht einem selbst folgen, sondern anderen Nutzern. Der Traffic kann außerdem über Follower erhöht werden. Hier sollte man sich aber nur Leute suchen, deren Interessen auch dem eigenen Angebot entsprechen.

Deutsche Unternehmen auf Pinterest

Obwohl Pinterest noch in der Beta-Phase ist, gibt es schon einige deutsche Unternehmen, die das soziale Netzwerk für ihr Marketing nutzen. Dazu gehören aktuell unter anderem (kleiner Auszug):

  • HRS
    Das Buchungsportal pinnt Fotos von Hotels und Reisezielen in aller Welt.
  • WWF
    Der World Wildlife Fund pinnt und repinnt Fotos von bedrohten Tierarten.
  • MyToys
    Spielzeuge, Kindergeburtstage und tolle Ideen fürs Kinderzimmer sind auf dem Profil dieses Unternehmens zu finden.
  • Audible
    Der Hörbuchspezialist stellt per Video Interviews vor.
  • Best Western Hotels
    Die Hotelkette zeigt ihre Hotels, aber auch Sehenswürdigkeiten und andere Reisetipps.

Besonderheiten von Pinterest

Pinterest hebt sich von anderen Netzwerken durch einige Besonderheiten ab. Die höhere Anonymität wurde ja bereits erwähnt. Was den Betreibern von Facebook und Co. kaum gefallen dürfte, ist die Tatsache, dass man seinen Nutzeraccount mit Pinterest verknüpfen kann. Lädt man hier ein Foto hoch, erscheint die Meldung auch auf der Pinnwand bei Facebook oder Twitter.

Der Schwerpunkt von Pinterest liegt nicht nur auf der Veröffentlichung von Bildern, sondern auch von Videos. Diese können bei Portalen wie YouTube durch einen einzigen Klick einem bestimmten Board hinzugefügt werden. So hat man seine Lieblingsbilder und -filme auch von anderen Portalen immer schnell und übersichtlich sortiert und muss sie nur noch anwählen.

In Zeiten, wo die Kommunikation immer schneller wird, wissen die Nutzer von Pinterest vor allem zu schätzen, dass sich Nachrichten einfacher erfassen lassen. Ein Bild wird schneller erkannt und interpretiert, als ein langer Text. Folgt man den richtigen Nutzern und Unternehmen, ist das eine gute Möglichkeit, auf dem Laufenden zu bleiben.

Schattenseiten von Pinterest

Doch nicht alles was Pinterest zu bieten hat, ist gut und sollte unvoreingenommen betrachtet werden. Das neue Social Network hat durchaus auch seine Schattenseiten. Das beginnt mit Kleinigkeiten. So gibt es zum Beispiel keine Chatfunktion. Wer mit anderen Nutzern kommunizieren möchte, der kann das ausschließlich über Kommentare tun. Spiele, Erinnerungen an Geburtstage und Veranstaltungsplaner fehlen bei Pinterest bewusst. Denn hier soll man einfach nur seine Bilder teilen können – ohne komplizierte Zusatzfunktionen.

Doch es gibt ein noch schwerwiegenderes Problem bei Pinterest, und das hat mit dem Urheberrecht zu tun. Wie eingangs bereits erläutert wurde, reicht beim Surfen im Internet ein Klick aus, um ein Bild den eigenen Boards hinzuzufügen. Was viele Nutzer dabei nicht wissen oder schlichtweg nicht beachten ist, dass fremde Bilder dem Urheberrecht unterliegen und ohne Einverständnis des Eigentümers deshalb auch nicht weiter verbreitet werden können. Zwar soll man laut AGB angeben, von wem die gepinnten Bilder stammen, Pflicht ist das bisher aber nicht. Aus diesem Grund ist zu befürchten, dass es über kurz oder lang zu massenhaft Klagen (Abmahnungen) gegen Urheberrechtsverletzungen kommen könnte.

Wer nicht möchte, dass seine eigenen Bilder weitergepinnt werden, kann diese mit einem einfachen Code schützen, der in die Webseite eingebaut wird:

[code lang=“xhtml“]<meta name=“pinterest“ content=“nopin“ />[/code]

Ist das Meta-Element korrekt in der eigenen Seite eingebaut, erhält der Nutzer beim Versuch die Seite (ein Bild von dieser) zu pinnen folgende Meldung:

We couldn't find any images: This site doesn't allow pinning.

Fazit

Generell kann man nur dazu raten, sich frühzeitig in einem neuen Social Network mit so vielversprechenden Aussichten und diesem Wahnsinns-Hype über dem großen Teich zu engagieren. Das dieses Netzwerk ordentlich Traffic, wenn auch größtenteils (noch) US-basiert, liefern kann, hat zum Beispiel Pascal (100.000 Besucher in 7 Tagen – Pinterest IS a thing!) kürzlich eindrucksvoll bewiesen. Daneben sollten natürlich auch die kostenlosen Backlinks mitgenommen werden. Aus Sicht des Link- und Brand-Building ist Pinterest daher auf jeden Fall zu empfehlen.

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