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Google testet unterschiedliche Anzahl an Places-Einträgen in den Suchergebnissen

Wer bei Google nach Branchen in einer bestimmten Stadt sucht, zum Beispiel nach Steuerberater in München, kennt es: Mit an vorderster Stelle der Suchergebnisse stehen Places-Einträge – Suchergebnisse vom Google-Dienst Places.

Wie in den letzten Wochen teilweise berichtet worden ist (siehe unten: „Das schreiben andere zu den reduzierten Google Places-Einträgen“), sollen bei einigen Suchanfragen weniger Places-Einträge, dafür jedoch mehr organische Suchergebnisse erscheinen.

Places-Einträge in den organischen Suchergebnissen

Places ist das „Online-Branchenbuch“ von Google, in dem Unternehmer ihre Firma eintragen können. Je nach Places-Bewertung garantiert der Eintrag den Unternehmen eine gute Platzierung in den Suchergebnissen. Bislang tauchten bei der Suche nach beliebigen Branchen ganze sieben Stück dieser Places-Einträge in den Suchergebnissen auf, der 7-Pack; Ergebnisse aus dem Web, die sogenannten organischen Suchergebnisse, folgten erst darunter. Nun wurde vermehrt berichtet, dass sich daran etwas geändert haben soll: Es soll statt dem bisherigen 7-Pack nur noch ein 3-Pack, also nur drei Suchergebnisse aus Google Places – nicht immer, aber doch mit zunehmender Häufigkeit, dargestellt werden. Daneben sollen zudem Packs mit unterschiedlichen Anzahlen an Suchergebnissen, zum Beispiel mit fünf oder sechs Places-Einträgen erscheinen.

Darstellung der Places-Einträge in den Suchergebnissen für die Suche nach „Steuerberater München“.(Foto: Kartendaten ©2012 GeoBasis-DE/BKG (© 2009), Google)

Die Anzahl der Places-Einträge scheint Google nun wieder geändert zu haben. So liefert die Suche zum Beispiel nach „Steuerberater München“ wieder das gewohnte 7-Pack an Places-Einträgen aus, die Suche nach „Steuerberater Berlin“ ebenso. Organische Suchergebnisse, zum Beispiel von Branchenverzeichnissen, erscheinen nun auch teilweise wieder auf den vordersten Plätzen.

Mögliche Gründe für die unterschiedliche Anzahl an Places-Einträgen

Auffällig ist, dass Google momentan viel mit den Places-Einträgen in den Suchergebnissen experimentiert. Verringern zu viele Places-Einträge vielleicht die Zufriedenheit der Suchenden?

Google Places-Einträge werden von den Firmen selbst erstellt. Die Unternehmen, die nun bei Places gut gelistet sind und in den Suchergebnissen nach einer Branche auftauchen, sind allerdings nicht unbedingt auch tatsächlich die Besten. Diese Tatsache führt zu Unzufriedenheit bei den Suchenden, die sich daraufhin eventuell lieber wieder auf Branchenverzeichnisse und Vergleichswebseiten verlassen. Hier können relevante Informationen teilweise leichter gefunden werden und potenzielle Kunden erhalten zum Teil auch eine Nutzerbewertung der einzelnen Firmen. Könnte somit eine Reduzierung der Places-Einträge und die einhergehende bessere Sichtbarkeit der organischen Suchergebnisse die Kundenzufriedenheit erhöhen? Fragen, die sich Google durch diverse Tests und intensive Analysen des Nutzerverhaltens aktuell beantworten möchte?

Ein weiterer möglicher Grund die Anzahl an Places-Einträgen in Tests zu reduzieren ist, dass Google AdWords durch die hohe Sichtbarkeit der 7-Packs zu selten angeklickt wird – senken zu viele Places-Einträge die Werbeeinnahmen? So fällt für Unternehmen mit der reduzierten Sichtbarkeit von Places-Einträgen eine Marketing-Möglichkeit weg. Eventuell hofft Google, dadurch die Unternehmen zum Schalten von AdWords-Anzeigen zu bewegen.

Konsequenzen einer reduzierten Sichtbarkeit der Places-Einträge

Auf Google Places werden die Unternehmenseinträge nach verschiedenen Kriterien bewertet. Dazugehören unter anderem:

  • Die Anzahl der Bewertungen auf Places
  • Die Anzahl der Bewertungen auf anderen Bewertungsportalen
  • Die räumliche Nähe zum Suchzentrum bzw. Stadtzentrum
  • Die Anzahl an kompletten Firmendatensätzen auf anderen Webseiten
  • Die Konsistenz der Adressdatensätze
  • Die Bestätigung des Eintrags

Da nur die Places-Einträge mit den besten Bewertungen die begehrten Plätze in den Suchergebnissen erhalten, ist zu erwarten, dass sich die Konkurrenz um ein gutes Ranking bei Google Places erhöhen wird. Oder anders – wie oben bereits erwähnt – ist zu vermuten, dass die reduzierte Sichtbarkeit durch bezahlte Werbeanzeigen der Unternehmen kompensiert werden muss.

Das schreiben andere zu den reduzierten Google Places-Einträgen

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