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Google-Suche will mehr direkte Antworten liefern

Google-Suche will mehr direkte Antworten liefern, 3.7 out of 5 based on 3 ratings
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Historische Veränderung: Google will mit semantischer Suche direkte Antworten und Fakten liefern‎ (Foto: Logo, Google)

Google will zukünftig für Suchanfragen statt der gewohnten Ergebnisliste mit zehn externen Links pro Seite direkt die gewünschten Informationen (Antworten / Fakten) auf der eigenen Seite an den Suchenden ausliefern. Laut einem Bericht des Wall Street Journals plant der Suchmaschinenmarktführer seine Suche genau in diese Richtung zu verändern: Die keywordbasierte Suche soll durch eine semantische Suche – das Verstehen der eigentlichen Bedeutung von Wörtern und Zusammenhängen – ergänzt werden.

Semantische Verbindungen statt Keywords

Diese Nachricht könnte in der SEO-Szene für Aufregung sorgen. Immerhin kümmern wir SEOs uns darum, Webseiten an die Bewertungskriterien von Google anzupassen, über Keywords und Backlinks bis hin zu weiteren Maßnahmen. Eine semantische Suche, bei der Antworten auf Useranfragen direkt von Google ausgeliefert werden, könnte diese Bemühungen teilweise zunichtemachen.

Bisher läuft die typische Google-Suche folgendermaßen: User tippen die gesuchten Begriffe, zum Beispiel „Bodensee“ oder „Brad Pitt“, in die Suchmaske ein und erhalten eine Liste von Links (angereichert mit Titel, Snippet, URL etc.), die zu weiteren Informationen führen; außerdem Ad-Words Anzeigen, mit denen die Suchmaschine selbst Geld verdient. Zeigt die Suchmaschine die Antworten nun direkt auf der eigenen Ergebnisseite, bindet sie die Leser länger ans eigene Angebot und erhöht damit die Chance, dass Google Ad-Words Anzeigen geklickt werden.

Wolfram|Alpha setzt bereits auf semantische Suche

Das Wall Street Journal bezeichnet die Einführung der semantischen Suche bei Google als größte Veränderungen in der Firmenhistorie. Statt Keywords sollen semantische Beziehungen zwischen den Begriffen ausgewertet werden. Dazu hat Google in den letzten zwei Jahren Daten, Fakten und Personen gesammelt und in Verbindung zueinander gesetzt. Eine Suche nach „Brad Pitt“ würde dann nicht nur Links ausspucken, sondern den Namen des Schauspielers mit seinen Filmen, seiner Familie, seinem Geburtsort und weiteren Daten verknüpfen. Neu ist dieser Suchansatz allerdings nicht; bereits seit 2009 setzt die Suchmaschine Wolfram|Alpha eine derartige semantische Suche ein und liefert die weiterführenden Informationen direkt.

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Wolfram|Alpha: Computational Knowledge Engine (Foto: Logo, Wolfram|Alpha)

Semantische Suche wird vor allem eindeutige Fakten liefern

Allerdings wird sich die semantische Suche nicht für alle Suchanfragen eignen: Die semantischen Verknüpfungen brauchen eindeutige Beziehungen wie historische Daten, geografische Fakten oder Programminformationen, die man bisher eher bei der Wikipedia sucht. Nun sind aber nur wenige Suchanfragen tatsächlich so eindeutig. Viele User suchen eher nach mehrdeutigen Begriffen wie „Surfen am Bodensee“ oder „Wellenreiten auf Hawaii“. Die semantische Suche wird daher die keywordbasierte Suche meiner Meinung nicht ablösen, sondern ergänzen.

Erste Änderungen sollen laut dem Wall Street Journal in den kommenden Monaten sichtbar sein. Die vollständige Umstellung für etwa zehn bis 20 Prozent der Suchanfragen soll allerdings mehrere Jahre dauern, wie der mit dem Prozess betraute Google-Manager Amit Singhal erklärt.

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1 Kommentar zu "Google-Suche will mehr direkte Antworten liefern"

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