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Ersetzen Google+ Views den Page Rank?

Wer ein Profil beim Sozialen Netzwerk Google+ hat, hat es vielleicht bereits bemerkt: Seit Anfang April wird dort angezeigt, wie viele Views das Profil von Firmen oder Personen erhält, wie häufig die entsprechende Seite also angeklickt wird. Einige hielten die Anzeige der Views zunächst für einen Aprilscherz, tatsächlich ist es ein ernstgemeintes Feature.

Google+ zeigt Anzahl der Views seit Anfang April

Die Google+ Views könnten sich in Zukunft sogar auf die Position in der Liste der Suchergebnisse (SERPs) auswirken, vermuten einige Blogger und Web-Experten. Nach und nach könnten die Views sogar den Page Rank ersetzen, der bisher darüber entscheidet, an welcher Position eine Webseite in den Suchergebnissen gelistet wird. Google könnte die Google+ Views zur Relevanzberechnung der SERPs nutzen und verbessern. Das Problem beim Page Rank: Dieser erscheint relativ anfällig gegen Spam, Link-Spam beispielsweise lässt auch Webseiten als relevant erscheinen, die nicht wirklich bestens zur Suchanfrage eines Nutzers passen.

Was gilt als View?

googleWas wird nun überhaupt als View gezählt? Das erklärt Google-Mitarbeiter Yonatan Zunger, der bis heute mehr als sagenhafte 23 Millionen Views verzeichnen kann – mehr sogar als Larry Page. Gezählt werden alle Views auf das Profil eines Nutzers, auf einzelne Beiträge, Fotos und Videos. Was als View zählt, ist dabei unterschiedlich: Für das Profil wird ein View verzeichnet, wenn ein anderer Nutzer dieses tatsächlich anklickt. Für Postings, Fotos und Videos wird ein View gezählt, wenn diese Inhalte im Stream von anderen Personen auftauchen. Klickt jemand das +1-Symbol für einen Beitrag, beeinflusst das nicht direkt die Anzahl der Views. Bemerkt ein User allerdings einen Post aufgrund der Tatsache, dass dieser eine +1-Wertung erhalten hat, konstituiert das wieder einen View. Wer die View-Anzahl nicht anzeigen lassen möchte, kann diese über die Einstellungen auch verstecken.

Bisher haben sich die User in Social Networks eher darum bemüht, möglichst viele Follower oder +1-Wertungen für ihre Beiträge zu erhalten. Setzt Google die Anzahl der Views nun tatsächlich ein, um auch die Relevanz von Seiten zu beurteilen, werden die User wahrscheinlich auf die Jagd nach möglichst vielen Views gehen. Für die Suchmaschinenergebnisse bedeutet das allerdings auch: Wer nicht bei Google+ verzeichnet ist, rückt in den Ergebnislisten immer mehr ins Abseits. Es sei denn natürlich, die eigenen Inhalte werden von anderen Usern auf Google+ geteilt.

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